VG Köln: "Shopping Queen" überschreitet Grenzen der zulässigen Produktplatzierung

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23.06.2020 17:33 Uhr
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VG Köln: "Shopping Queen" überschreitet Grenzen der zulässigen Produktplatzierung

Wie das Verwaltungsgericht (VG) Köln jüngst bestätigte, enthielten Folgen der Vox Sendung „Shopping Queen“ unzulässige Produktplatzierungen. Vor dem Kinostart von "Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe" wurde in unzulässiger Weise Werbung für den Kinofilm gemacht, so das Gericht.

Beanstandung durch Landesmedienanstalt

In der Nachmittagssendung „Shopping Queen“ kämpfen jede Woche fünf Frauen um das perfekte Outfit zum Motto der Woche. Nicht nur von den Mitstreiterinnen, sondern auch von Modedesigner Guido Maria Kretschmer werden die verschiedenen Leistungen mit Punkten bewertet. In der Woche vor dem deutschen Kinostart von Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe" lautete das Motto "Jetzt wird’s heiß. Bring den roten Teppich auf der Filmpremiere von 'Fifty Shades of Grey‘ zum Glühen!".

Die dazugehörigen Folgen gerieten später in den Fokus der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Denn nicht nur das Sendungsmotto der Woche stimmte die Zuschauer auf die kommende Kinopremiere ein. Auch wurden während der Sendung immer wieder Filmausschnitte aus den ersten beiden Filmen der Trilogie gezeigt und weitere zahlreiche Bezüge zum Kinofilm hergestellt. Die Medienanstalt sah darin eine unzulässige Produktplatzierung in Form einer zu starken Herausstellung des Kinofilms.

VOX sieht keine unzulässige Werbung

Der TV-Sender Vox dagegen sah darin keinen Verstoß gegen das Werberecht. Vielmehr seien die Grenzen einer zulässigen Produktplatzierung eingehalten worden – der Sender klagte daher gegen die Entscheidung der Medienanstalt.

Durch die Verwobenheit von redaktionellen Inhalten und Inhalten mit Bezug zum Kinofilm sei der Film gerade nicht in den Fokus der Sendung gerückt. Zudem betonte der Sender, dass es sich bei "Shopping Queen" grundsätzlich um einen in höchstem Maße werbe- und produktgeprägten Ausschnitt der Realität handele. Von den Zuschauern werden deshalb werbliche Elemente weniger intensiv als die redaktionellen Inhalte wahrgenommen. Daher habe man sich in den Grenzen dessen gehalten, was für Sendungen der leichten Unterhaltung zulässig sei, so die Argumentation von Vox.

Gericht bestätigt Verstoß gegen Rundfunkstaatsvertrag

Dieser Argumentation ist das VG Köln nun nicht gefolgt.
Bei den beanstandeten Folgen von „Shopping Queen“ sei kein angemessener Ausgleich mehr zwischen werblichen und redaktionellen Belangen für den Zuschauer erkennbar gewesen. Vielmehr habe der Werbezweck in diesen Fällen dominiert, während der redaktionelle Inhalt der Sendung in den Hintergrund gerückt sei. Für den Zuschauer sei eine Unterscheidung zwischen den werbebestimmten und sonstigen Inhalten daher nicht möglich gewesen. Vox habe daher gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstoßen, so die Entscheidung des Gerichts (Urteil v. 09.06.2020; AZ.: 6 K 14278/17). Ein Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag kann unterschiedliche Konsequenzen, bis hin zum Entzug der Sendeerlaubnis, für TV-Sender haben.

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Rechtsgebiete: 
gewerblichen Rechtschutz
Schlagworte: 
Schleichwerbung
Werberecht
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