Verbotene Werbung – Hipp darf nicht mit pauschalen Aussagen werben

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17.08.2020 19:10 Uhr
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Verbotene Werbung – Hipp darf nicht mit pauschalen Aussagen werben

Eine Hipp-Werbung legte nahe, dass Kinder siebenmal mehr Vitamin D brauchen, als Erwachsene. Eine derart pauschale und unbelegte Aussage verstoße aber gegen das Werberecht, so die Entscheidung des Landgerichts (LG) München I. Verbraucher könnten durch die Aussage des Babynahrungs-Herstellers über die Notwendigkeit von bestimmten Lebensmitteln bei Kleinkindern in die Irre geführt werden.

Abmahnung durch Verbraucherschützer

Der wohl bekannteste Babynahrungs-Hersteller Hipp ist kürzlich wegen irreführender Werbung in den Fokus von Verbraucherschützern geraten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte Hipp wegen einiger seiner Werbeslogans für Kindermilch abgemahnt. Konkret ging es um Sätze wie “7 x mehr brauchst du als ich, wirst groß, gesund - ganz sicherlich“ und “Kleinkinder benötigen bis zu 3 x mehr Calcium und sogar 7 x mehr Vitamin D als Erwachsene pro kg Körpergewicht“. Die Verbraucherschützer sahen darin die konkrete Gefahr einer Irreführung von Verbrauchern. Sie könnten durch die Werbung den Eindruck bekommen, dass in jedem Fall besondere Nahrungsmittel nötig sind, um ein Kleinkind ausreichend mit Vitaminen zu versorgen.

Im Ergebnis hatte nun das LG München I über die Abmahnung des Babynahrung-Herstellers zu entscheiden. Dieses hat die Einschätzung der Verbraucherzentrale nun bestätigt (Urteil v. 05.06.2020, AZ.: 39 O 15946/19).

Mögliche Irreführung von Verbrauchern

Das LG München I hat auf die Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes die Werbung des Herstellers für Babynahrung Hipp untersagt. Das Gericht sah in den Werbeslogans unbelegte und pauschale Aussagen über den Vitaminbedarf von Kleinkindern. Die getätigte Aussage, dass ein Kind sieben Mal mehr Vitamin D benötige als ein Erwachsener, müsse in einem solchen Fall erklärt werden und könne nicht einfach pauschal für die Werbung von Babynahrung genutzt werden. Eine entsprechende Erklärung fand sich in der Werbung von Hipp allerdings nicht. Ohne eine solch notwendige Erläuterung aber könne der Slogan den Verbraucher in die Irre führen, so die Auffassung des Gerichts. Die Werbung suggeriere damit einen unnötigen Bedarf an speziellen Lebensmitteln, der tatsächlich in der Werbung nicht ausreichend belegt werde. Im Ergebnis hätte Hipp in dieser Art nicht werben dürfen und muss in Zukunft die Werbung unterlassen.

So hatte auch der Verbraucherzentrale Bundesverband argumentiert. “Eltern sollten nicht den Eindruck bekommen, dass bestimmte Produkte nötig sind, damit ihr Kind ausreichend versorgt wird“, argumentierte die Verbraucherzentrale. “Kinder über einem Jahr brauchen in der Regel keine speziellen Lebensmittel.“ Mit der nun ergangenen Entscheidung dürften die Verbraucherschützer daher sehr zufrieden sein.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/irrefuehrende-werbung-abmahnung.html

Rechtsgebiete: 
gewerblichen Rechtschutz
Schlagworte: 
Irreführende Werbung
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