Werberecht: Irreführende Werbung für Immobilien-Portal

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14.09.2018 14:10 Uhr
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Werberecht: Irreführende Werbung für Immobilien-Portal

Mit der Werbeaussage für höhere Verkaufserlöse wollte ein Immobilien-Portal im Internet auf seine Dienste aufmerksam machen -  nun hat das Landgericht in Berlin die Aussage für unzulässig erklärt. Das Portal habe nicht hinreichend belegt, dass durch das Portal der Verkaufserlös einer Immobilie tatsächlich ursächlich steige.

Belege für erhöhten Verkaufserlös fehlen

Mit der Aussage „Bis zu 25.000 Euro mehr“ wollte ein Internetportal dafür werben, Immobilienverkäufe über deren Website abzuwickeln. Mit der Aussicht auf einen höheren Verkaufserlös bei der Einschaltung des Portals sollten potenzielle Immobilienverkäufer angelockt werden. Erst in einem Sternhinweis am unteren Ende der Webseite wurde genauer erläutert, dass der „Mehrwert von individuellen Faktoren, insbesondere Interessentenzahl, Immobilienwert und Maklerprovision abhängig“ ist.

Dieser Hinweis war den Richtern am Landgericht in Berlin nicht deutlich genug. Sie stuften die Werbeaussage daher als irreführend ein. Bei dem Verbraucher werde der Eindruck vermittelt, automatisch einen höheren Verkaufserlös durch Einschaltung des Immobilien-Portals erzielen zu können, ohne dass das Portal dafür hinreichende Belege angeführt hätte.

Sternhinweis macht die Werbeaussage nicht zulässig

Nach Ansicht der Berliner Richter sei allein durch die Maklertätigkeit auf der Website nicht mit Sicherheit ein erhöhter Verkaufserlös zu erzielen. Die Werbeaussage ist damit im Ergebnis irreführend, solange das Portal nicht tatsächlich belegen könne, dass eine Steigerung des Verkaufspreises eintrete.

Vielmehr spielen neben den Diensten des Portals auch individuelle Faktoren der Immobilie eine Rolle. Dies hatte das Portal in seinem Sternhinweis zwar auch selbst erkannt, diesen Hinweis für den Verbraucher aber nicht deutlich genug vermittelt. Der Hinweis enthalte nach Ansicht des Gerichtes nur Selbstverständlichkeiten und sei zudem in formaler Hinsicht nicht deutlich genug, um den irreführenden Effekt des Werbeslogans zu entkräften. Dafür sei der Sternhinweise am unteren Ende der Website visuell nicht deutlich genug, sodass nicht mit Sicherheit gesagt werden könne, dass wirklich jeder Verbraucher diesen Hinweis wahrgenommen hatte.
Damit bleibt auch trotz des relativierenden Hinweises die Werbeaussage irreführend.

Weitere Informationen zum Thema Werberecht und Wettbewerbsrecht finden Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/werberecht.html

Rechtsgebiete: 
gewerblichen Rechtschutz
Schlagworte: 
Wettbewerbsrecht
Werberecht
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