Vaterschaft weniger wichtig als Kindeswohl, Klage des Ex-Liebhabers von EGMR abgewiesen

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01.08.2018 22:51 Uhr
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Vaterschaft weniger wichtig als Kindeswohl, Klage des Ex-Liebhabers von EGMR abgewiesen

Auch bei Rechtsangelegenheiten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist durchaus ein Lächeln angebracht. Genau wie in einem neueren Fall. Der Ex-Liebhaber einer verheirateten Frau wurde kein Recht zugesprochen, zu erfahren, ob eines der Kinder der Frau von ihm ist.

Wie im Vormittagsprogramm einiger Privatsender

2004 hatte eine sechsfache Mutter eine Beziehung mit einem anderen Mann begonnen. Dabei war die Frau die ganze Zeit verheiratet. Im Jahr 2006 wurde die Beziehung beendet und die Frau gebar erneut ein Kind. Danach wurde dem Liebhaber der Kontakt zu seinem möglicherweise eigenen Kind nicht gestattet. Einen Vaterschaftstest konnte er auch nicht durchsetzen.

Gegen die Maßnahmen klagte er anfangs vor deutschen Gerichten. Einen Vaterschaftstest konnte er nicht durchbringen. Folglich sah er sich in seinem Recht auf das Familienleben aus der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt und er klagte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Allerdings wurde seinem Begehren auch dort nicht stattgegeben, denn die europäischen Richter folgten der Argumentation der deutschen Richter.

Kindeswohl ist gewichtiger als das Informationsbedürfnis

Die Richter aus Straßburg sahen das Wohl des Kindes in Gefahr, wenn durch die Vaterschaftsfeststellung die biologische Abstammung des Liebhabers erweisen werden könnte. Dann bestünde die Gefahr, dass die Familie des Kindes zerstört werde. Daher müsse die Bundesrepublik Deutschland dem Kläger auch keine Entschädigung zahlen. Innerhalb von drei Monaten kann das Urteil nun angefochten werden.

Mit dieser Entscheidung wird die bisherige Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte fortgeführt. Bereits in älteren Verfahren hatte der Gerichtshof klargestellt, dass eine funktionierende Familiengemeinschaft elementar ist und das Kind mit dem nicht-biologischen Vater mehr Sicherheit finde. Der Vater sei derjenige, der für das Kind die Verantwortung trage. Der Liebhaber sei dagegen nur ein Eindringling.

Die ethische Frage ist schwerer zu entscheiden als die rechtliche Frage

Je nach Interessenlage des biologischen Vaters kann ein unterschiedliches Verlangen nach der Feststellung der Vaterschaft bestehen. Immerhin werden durch einen positiven Vaterschaftstest Rechte und Pflichten für eine sehr lange Zeit begründet. Außerdem kann dadurch die emotionale Belastung gesenkt und der Alltag wiederhergestellt werden.

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Rechtsgebiete: 
Vaterschaftsrecht
Schlagworte: 
Vaterschaft
Vaterschaftstest
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