Urheberrecht: Chefkameramann erhält noch nach Jahren Vergütungsanspruch

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08.10.2018 14:48 Uhr
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Urheberrecht: Chefkameramann erhält noch nach Jahren Vergütungsanspruch

Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat dem Chefkameramann des Erfolgsfilms „Das Boot“ einen nachträglichen Vergütungsanspruch von rund. 315.000 Euro zugesprochen. Der unerwartete Erfolg des Films rechtfertige eine nachträgliche Anpassung der Vergütung.

OLG bestätigt angemessene Beteiligung

„Das Boot“ ist wohl einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Allerdings rechnete bei der Produktion der Buchverfilmung noch keiner mit dem riesigen internationalen Erfolg. Entsprechend „gering“ viel auf die Vereinbarung der Vergütung aus. Der Chefkameramann erhielt für seine Beteiligung zur damaligen Zeit 204.000 DM, also umgerechnet rund 104.303 Euro.

Dem damaligen Erfolg, und damit auch dem unerwarteten Gewinn, hat nun das Urteil des OLG Stuttgart Rechnung getragen. Die Richter bestätigten einen Nachvergütungsanspruch des Kameramanns in Höhe von rund 315.000 Euro gegen mehrere Rundfunkanstalten, die die ARD bilden.

Sonderregelung ermöglicht nachträgliche Vergütung

Den nachträglichen Anspruch auf Vergütung verdankt der Kameramann einer Sonderregelung aus dem Urheberrecht. Diese ermöglicht einen Anspruch auf Einwilligung zur Vertragsänderung, die letztlich zu einer angemessenen Bezahlung des Urhebers aus der Jetzt-Sicht führen soll. Damit wird, entgegen der eigentlich geltenden Regel, dass Verträge nur nach ihrem einmal vereinbarten Inhalt zu erfüllen sind, eine Ausnahmeregelung geschaffen. Der Nachvergütungsanspruch entsteht immer dann, wenn die Rechte zur Benutzung des urheberrechtlich geschützten Werkes unter bestimmten Bedingungen eingeräumt wurden, die nun aber im Verhältnis zu den Vorteilen der Nutzung in einem auffälligen Missverhältnis stehen.

Ein solches auffälliges Missverhältnis zwischen vereinbarter Vergütung und Erfolg des Films nahmen auch die Stuttgarter Richter an. Sie stellten daher fest, dass dem Kläger für insgesamt 41 Ausstrahlungen der Produktion aus den Jahren 2002-2016 eine angemessene nachträgliche Beteiligung zustünde. Für angemessen hielten die Richter eine Summe von rund 315.000 Euro.

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Rechtsgebiete: 
Markenrecht, Urheberrecht und Wettbewerbsrecht
Schlagworte: 
Urheberrecht Film
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