Schiefgegangen: Vaterschaft muss wegen Ehe der Mutter anerkannt werden lassen

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12.12.2018 23:36 Uhr
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Schiefgegangen: Vaterschaft muss wegen Ehe der Mutter anerkannt werden lassen

Wer sich als Mann um ein noch nicht geborenes Kind kümmert, der will am Ende meistens auch der rechtliche Vater sein. Einem Mann und der Mutter seiner Kinder aus Offenbach am Main sind fehlende Rechtskenntnisse zum Verhängnis geworden. Einige Zeit, nachdem die Kinder geboren worden waren, fand das Standesamt heraus, dass die Frau mit einem Marokkaner verheiratet war.

Später weiß man immer mehr

Die gemeinsamen Kinder wurden 2013 und 2015 im hessischen Offenbach am Main geboren und waren dort im Geburtenregister eingetragen. Als die Kinder geboren wurden, gab die Mutter wahrheitswidrig an, dass sie nicht verheiratet sei. Sie selbst hatte 2011 einen Marokkaner in dessen Heimatland geheiratet und die Ehe wurde bisher nicht aufgelöst. Nach der Geburt erklärte der Lebenspartner der Mutter, dass er die Vaterschaft für die Kinder anerkennen wolle. Mit Einverständnis der Mutter erhielten die Kinder den Familiennamen des Mannes ohne Sorgerecht.

Der Ehemann reiste 2016 nach Deutschland ein und durch die Anmeldung erfuhr das Standesamt von der Ehe der Mutter. Die Geburteneinträge wollte das Amtsgericht berichtigen lassen. Im Verfahren vor Gericht wurde letztendlich festgestellt, dass der Ehemann und nicht der damalige Partner der Vater der Kinder sei. Daher müsste im Geburtenregister eingetragen werden, dass die Kinder derzeit über noch keinen Vor- und Familiennamen besitzen. Gegen die Anordnung ging die Mutter vor Gericht.

Rechtliche und biologische Vaterschaft – zwei verschiedene Paar Schuhe

Die Richter der OLG Frankfurts entschieden am 25.10.2018 (Az.: 20 W 153/18; 20 W 154/18), dass die Kinder rechtmäßiger Weise über noch keinen Familiennamen verfügen. Verbindlich sei allerdings die Wahl der Vornamen. Nach deutschen und marokkanischem Recht sei der Ehemann als Vater anzusehen. Dass die Eheleute waren in der Zeit der Empfängnis nicht verheiratet gewesen seien, ändere die rechtliche Beurteilung des Falles nicht.

Die Ehe schließe eine einfache Vaterschaftsanerkennung aus. Ihr komme eine Sperrwirkung zu. Damit der biologische Vater als rechtlicher Vater anerkannt werden könne, müsse er das formaler Vaterschaftsanerkennungsverfahren durchlaufen. Beim Familiennamen müssten sich beide Eheleute auf einen Namen einigen, da sich ihre Ehenamen nicht gleichen. Bei den Vornamen gilt die Entscheidung der Mutter.

Was oftmals im Leben zählt: Anerkennung

Beim Kinder bekommen kann die richtige Taktik entscheidend sein. Insbesondere, wenn beide Elternteile nicht verheiratet oder noch verheiratet sind. Rechtliche Kenntnisse im Vaterschaftsrecht können allerdings enorm weiterhelfen.

Zur Vaterschaft und zur Vaterschaftsanerkennung finden Sie mehr unter: https://www.rosepartner.de/anerkennung-vaterschaft.html

Rechtsgebiete: 
Vaterschaftsrecht
Schlagworte: 
Vaterschaft
Vaterschaftsrecht
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