Reputationsmanagement: Online-Bewertungen müssen Hinweis auf Entgeltlichkeit enthalten

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25.03.2019 16:21 Uhr
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Reputationsmanagement: Online-Bewertungen müssen Hinweis auf Entgeltlichkeit enthalten

Amazon kann in Zukunft verlangen, dass Drittanbieter auf die Entgeltlichkeit ihrer Kundenrezensionen hinweisen müssen. Dies entschied das Oberlandesgericht  (OLG)in Frankfurt am Main im Rahmen eines Antrags auf einstweiligen Rechtsschutzes einer Amazon Zweigstelle.

Die gekauften Online-Bewertungen auf Amazon

Für Händler auf Online-Verkaufsplattformen wie Amazon sind die Kundenbewertungen von erheblicher Bedeutung und entscheiden nicht selten über den Erfolg ihres Absatzes. Häufig bezahlen Drittanbieter ihre Kunden auch für positive Bewertungen.
Vielfach agieren aber auch Vermittler, die Drittanbietern die Veröffentlichung von Kundenrezessionen gegen ein Entgelt anbieten. Den Drittanbietern werden so Tester vermittelt, die das über Amazon erworbene Produkt bewerten und dafür in der Regel das Produkt behalten können oder ein zusätzliches Entgelt bekommen. Über das Portal des Vermittlers wird die Bewertung dann automatisch hochgehalten. 

Gegen einen solchen Vermittler ist eine Amazon-Zweigstelle nun vor dem OLG Frankfurt am Main vorgegangen. Die Veröffentlichung der Kundenrezessionen sei unzulässig, wenn der Hinweis auf die vermögenswerten Vorteile der Tester unterbleibe. 

Verbraucher erwartet keine „gekauften“ Bewertungen

Das OLG folgte nun in seinem Beschluss der Ansicht der Amazon Zweigstelle (Beschluss v. 22.02.2019; Az.: 6 W 9/19). Für die Richter stehe fest, dass dem Verbraucher der kommerzielle Hintergrund der Online-Bewertung „nicht klar und deutlich“ werde. Mache der Vermittler den kommerziellen Zweck der Kundenrezension nicht kenntlich, liege ein Verstoß gegen den lauteren Wettbewerb vor.

Ein durchschnittlicher Verbraucher gehe bei einer Kundenbewertung nämlich davon aus, dass diese ohne Gegenleistung erfolge und daher unbeeinflusst von Dritten sei. Zwar erwarte kein Verbraucher eine objektive Bewertung, in jedem Fall aber eine „authentische“, so die Richter am OLG. Diese Erwartung werde durch „gekaufte“ Bewertungen enttäuscht.
Das OLG hat damit festgelegt, dass Amazon verlangen kann, dass solche Kundenbewertungen nur unter einem zusätzlichen Hinweis auf die Entgeltlichkeit auf der Verkaufsplattform veröffentlicht werden dürfen.

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Rechtsgebiete: 
Reputationsrecht
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