Influencerin vor Gericht: Verlinkung auf Instagram-Fotos unterliegt der Kennzeichnungspflicht

Rechtstipps in der Bibliothek
25.03.2019 16:07 Uhr
ROSE & PARTNER - Rechtsanwälte Steuerberater, Hamburg
Mitteilungen von ROSE & PARTNER - Rechtsanwälte Steuerberater abonnieren
Social Web
Influencerin vor Gericht: Verlinkung auf Instagram-Fotos unterliegt der Kennzeichnungspflicht

Lange war in der Szene der Influencer unklar, was als Werbung zu kennzeichnen ist. Nach dem jüngsten Urteil des Landgerichtes (LG) Karlsruhe besteht eine Kennzeichnungspflicht allerdings bei sogenannten „Tags“ auf Instagram-Bildern. Wird eine Kennzeichnung unterlassen, handele es sich um Schleichwerbung.

Umstrittene Schleichwerbung durch „Tags“

Pamela Reif ist eine der bekanntesten deutschen Influencer. Der 23-Jährigen folgen fast vier Millionen Menschen auf Instagram. Doch die schöne Blondine musste sich nun vor dem LG Karlsruhe gegen den Vorwurf der Schleichwerbung zur Wehr setzen – bislang ohne Erfolg. Die Richter bejahten Schleichwerbung bei einigen Posts der Influencerin und damit einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Dabei ging es in dem Rechtsstreit insbesondere um Posts auf Instagram mit sogenannten „Tags“. Klickt man auf das entsprechende Bild werden diese Verlinkungen einzelner Hersteller und Marken für den Follower sichtbar. Klickt der Follower wiederum auf diese, wird er automatisch zu den Instagram-Profilen der verlinkten Unternehmen weitergeleitet. Pamela Reif hatte diese Posts nicht als Werbung gekennzeichnet. Das Gericht sah darin nun einen Verstoß gegen werberechtliche Vorschriften.

Richter bejahen Kennzeichnungspflicht

Die Kennzeichnungspflicht von Werbung wird im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt. Dort heißt es, dass der kommerzielle Zweck einer geschäftlichen Handlung kenntlich gemacht werden muss, sofern sich dieser nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und sofern die Nichtkenntlichmachung geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen. Diese Regelung klingt damit zunächst eindeutig, sorgt in der Praxis und unter der Influencer-Szene aber vielfach für Verwirrung und wird unterschiedlich beurteilt. Gerade wenn es um die Kennzeichnungspflicht auf Instagram geht, herrschte bisher viel Verunsicherung.

Im Bereich der Verlinkung durch sogenannte „Tags“ hat das LG in Karlsruhe nun eindeutig eine Kennzeichnungspflicht bejaht (Urteil v. 21.03.2019; Az.: 13 O 38/18 KfH).
Bei den beanstandeten Posts sei eindeutig kennzeichnungspflichtige Werbung enthalten, so das Gericht. Die Posts hätten den Zweck, das Interesse der Follower an den getragenen Kleidungsstücken oder anderen verlinkten Markenprodukten zu erregen. Durch die unmittelbare Verlinkung zu den Herstellern würden auch deren Image und Absatz gefördert. 

Selbst der Umstand, dass die Influencerin für einige Verlinkungen keine Bezahlung durch die Unternehmen erhalten habe, ändere an dem werblichen Zweck der Posts nichts. Es sei nämlich auch das Wesen der Influencer-Werbung, dass gleichzeitig immer an dem eigenen Image gearbeitet werde und damit der Kreis der Follower „gepflegt“ werde. Das Bewerben anderer Marken und Unternehmen diene dann auch der Eigenwerbung des Influencers.

Im Ergebnis hätte Reif die Posts mit den Verlinkungen als Werbung kennzeichnen müssen. Da sie dies unterlassen hatte, seien diese insgesamt als Schleichwerbung anzusehen. Die Influencerin habe damit gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. Das Urteil ist bislang aber noch nicht rechtskräftig.

Weitere Informationen zum Thema Schleichwerbung und Influencer-Marketing erhalten Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/influencer-werbung-abmahnung.html

Rechtsgebiete: 
Werberecht
Schlagworte: 
Schleichwerbung
Influencer Werbung
noch Fragen zu diesem Aufsatz? Eine Diskussion zu diesem Aufsatz ist nicht möglich.
Weitere Rechtstipps und Aufsätze der Kanzlei ROSE & PARTNER - Rechtsanwälte Steuerberater

Influencerin vor Gericht: Verlinkung auf Instagram-Fotos unterliegt der Kennzeichnungspflicht : zurück zum Anfang
Dieser Inhalt wurde erstellt durch ROSE & PARTNER - Rechtsanwälte Steuerberater und wurde nicht weiter redaktionell geprüft. Sollte dieser Inhalt Rechte verletzen oder anderweitig fragwürdig sein, benachrichtigen Sie uns bitte.
Die hier veröffentlichten Informationen stellen lediglich allgemeine Hinweise dar. Durch die Zurverfügungstellung dieser Informationen kommt weder ein Vertrag mit dem Leser zustande, noch kann hierdurch eine fundierte rechtliche Beratung ersetzt werden. Es wird keine Haftung übernommen im Hinblick auf Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen.
© Alle Rechte verbleiben beim Autor, eine Wiedergabe über egal welches Medium bedarf der Erlaubnis.

Service Service

Anzeigen

Kompetente Rechtsanwälte im Internet finden

Content cloud

  • Schleichwerbung
  • Werbung
  • Kennzeichnungspflicht
  • Influencer
  • Posts
  • Instagram
  • Follower
  • Influencerin
  • Verlinkungen
  • Unternehmen
  • Karlsruhe
  • Urteil
  • Zweck
  • Wettbewerbsrecht
  • Verlinkung
  • Verstoß
  • Richter
  • Gericht
  • Pamela
  • Klickt

Ähnlich

Influencer-Werbung und wettbewerbsrechtliche Grenzen
Influencer auch beim Eigenkauf nicht vor Abmahnungen sicher
Zulässige Werbemails bei Partnerbörse im Internet

Hinweis und Information

Kanzlei-Seiten.de ist das Premiumportal der proxiss GmbH im Bereich Online Kanzleimarketing, Rechtsanwälte und Mandanten. Alle Produkte unseres Bereichs werden über dieses Portal gesteuert. Kanzlei-Seiten.de ist mehr als ein Branchenverzeichnis, wir sind das soziale Netzwerk im Bereich Recht.
Vielen Dank für Ihr Interesse.

Weiterempfehlen

Nutzen Sie unseren kostenlosen Mail-Service um Influencerin vor Gericht: Verlinkung auf Instagram-Fotos unterliegt der Kennzeichnungspflicht per Email zu empfehlen