AGB im Onlineshop: Abmahnung wegen Verstoß gegen Verbraucherschutzbestimmungen

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16.12.2011 12:41 Uhr
Rechtsanwalt Alexander Otterbach, Freiburg
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AGB im Onlineshop: Abmahnung wegen Verstoß gegen Verbraucherschutzbestimmungen

Viele Unternehmen, insbesondere Online-Händler, müssen sich mit Abmahnungen wegen Verletzung von Verbraucherschutzbestimmungen herumschlagen. Dabei stehen nicht unerhebliche Streitwerte im Raum, die zu Anwaltskosten im meist vierstelligen Bereich führen.

Deshalb sollte jeder Shop-Betreiber seine AGB kontrollieren oder von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen. So ist bspw. die sogenannte 40 € - Klausel in vielen Fällen unwirksam. Allein dieser Verstoß wird mit Streitwerten zwischen € 2.000,00 bis € 5.000,00 bewertet. Viele Unternehmer übersehen nämlich, dass die 40 € - Klausel vertraglich vereinbart werden muss, § 357 Abs. 2 BGB. Häufiger Fehler ist der, dass diese Klausel lediglich in der Widerrufserklärung aufgeführt wird. Damit gilt sie nicht als vertragliche Vereinbarung sondern als Belehrung. Hierzu das OLG Stuttgart in seinem Urteil vom 10.12.2009 (Az. 2 U 51/09):

"Denn eine solche, die 40-Euro-Ausnahme einschließende Belehrung setzt eine (vorherige) Vereinbarung dieser im Gesetz fakultativ eröffneten Kostenabwälzungsregel voraus. Sie kann nicht als Belehrung über die Widerrufsfolgen geschehen, da eine Belehrung einseitigen Charakter besitzt und nicht zugleich beansprucht, Vertragsangebotsbestandteil zu sein. (...) Der Verbraucher, der die gesetzlichen Vertragsregeln zur Kenntnis nehmen will, wird diese in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen als Zusammenstellung der vom Verwender vorgegebenen Vertragsregeln vermuten. Er wird in Belehrungen, mit denen er die Aufklärung über gesetzlich vorgegebene Rechte und Folgen verbindet, nicht ein einseitiges Vertragsangebot zu seinem Nachteil erwarten."

Gleiches gilt für Formulierungen, in denen die Annahme unfreier Pakete abgelehnt wird:
„(…) der interessierte Verbraucher kann diese Regelung nur dahin verstehen, dass das Widerrufs- und Rückgaberecht unter der Bedingung der Frankierung der Sendung und somit der Vorleistungspflicht des Verbrauchers steht. Dieses widerspricht aber dem klaren Wortlaut der gesetzlichen Regelung in § 357 Abs. 2 Satz 2 BGB, wonach die Kosten der Rücksendung bei Widerruf und Rückgabe der Unternehmer zu tragen hat.“ (OLG Hamburg, 14.02.2007, Az. 5 W 15/07).

Solche Klauseln werden von Konkurrenten konsequent abgemahnt. Die Rechtsprechung hierzu ist eindeutig. Gelegentlich nehmen manche Gerichte in Einzelfällen Bagatellverstöße an, deren Kosten erheblich geringer sind. In vielen Fällen gibt es jedoch gute Argumente dafür, dass die Abmahnung rechtsmissbräuchlich war. Trotzdem gilt hier: Im Zweifel sollte eine durch einen Anwalt modifizierte Unterlassungserklärung abgegeben werden um die Gefahr einer einstweiligen Verfügung abzuwehren. Dann kann mit geeigneten Argumenten gegen die Anwaltsforderung und den eventuellen Schadensersatzanspruch vorgegangen werden.

Rechtsgebiete: 
Abmahnrecht
Wettbewerbsrecht
Internetrecht/IT-Recht
Schlagworte: 
Abmahnung
Wettbewerbsrecht
AGB
Verbraucherschutz
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