Fußball-Foul kann zu Schadenersatz führen

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28.11.2012 08:51 Uhr
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Fußball-Foul kann zu Schadenersatz führen

Wer die Rechtsgüter eines anderen verletzt, ist grundsätzlich zum Ersatz des durch seinen Verhaltenen entstandenen Schadens verpflichtet. Mögliche Rechtsgüter, deren Verletzung zur Schadenersatz- und Schmerzensgeldpflicht führt, sind nicht zuletzt auch Leib und Gesundheit. Nun stellte das Oberlandesgericht Hamm klar, dass die Gesundheit auch bei "gröberen" Mannschaftssportarten wie z. B. Fußball, ein geschütztes Rechtsgut darstellt.

Foul landet vor Gericht

Im vorliegenden Fall ging es um zwei Personen, die als Spieler ihrer jeweiligen Fußballmannschaft gegeneinander spielten. Dabei kam es bei einem Zweikampf um den Ball zu einem Foul, welches der Schiedsrichter als sehr schwerwiegend einstufte und mit einer Gelben Karte ahndete. Die Schmerzen blieben aber nicht auf dem Fußballfeld. Vielmehr erholte sich das Opfer bis heute nicht von den Verletzungen des Fouls, sodass er seine Erwerbstätigkeit als Maler und Lackierer aufgeben musste. Er verklagte den Täter auf Schadensersatz insbesondere auf Zahlung von Schmerzensgeld in einer angemessenen Höhe.

Wer rücksichtslos foult, macht sich schadensersatzpflichtig

Im Oktober bestätigte nun das Oberlandesgericht Hamm (AZ: I-6 U 241/11), das Urteil des vorausgegangenen Dortmunder Landgerichts. Dies hielt die Zahlung eines Schmerzensgelds in Höhe von 50.000 Euro an den Kläger für angemessen. Zur Begründung führten die Richter an, dass es zwar richtig sei, dass nicht jede Verletzung im Rahmen eines Wettkampfes automatisch zu Schadenersatzpflicht führe, aber in dem vorliegenden Fall besondere Umstände gegeben waren. Der Beklagte beging ohne Rücksicht auf eventuelle Verletzungen seines Gegenspielers ein Foul in einer völlig unangemessenen Art und Weise.

Dass dies auch im Fußball missbilligt wird, zeige auch das Regelwerk des Deutschen Fußballbundes, nach dessen zwölfter Regel das Foul des Beklagten eindeutig als "rücksichtslos" einzustufen war und auch entsprechend durch den Schiedsrichter geahndet wurde. Die Rechtfertigung des Beklagten, das Foul habe sich lediglich im Rahmen des "normalen" Zweikampfes um den Ball so ergeben, ließ das Gericht nach Würdigung aller zur Verfügung stehenden Beweismittel nicht gelten. Es verurteilte den Beklagten zur Zahlung der genannten 50.000 Euro.

Oberlandesgericht Hamm 22.10.2012, (AZ: I-6 U 241/11)

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Rechtsgebiete: 
Zivilrecht
Sportrecht
Strafrecht
Schlagworte: 
OLG Hamm
AZ: I-6 U 241/11
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