Warnung vor der Cold Call-Methode der Ekon Office Solutions GmbH

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30.04.2018 15:15 Uhr
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Warnung vor der Cold Call-Methode der Ekon Office Solutions GmbH

Wir erhielten Hinweise auf

unerwünschte Werbeanrufe, sog. Cold Calls

von

der Ekon Office Solutions GmbH aus Berlin

zum Zwecke des Kaufvertragsschlusses.

Die Ekon Office Solutions GmbH ist uns durch fragwürdige Verkaufsmethoden ins Auge gefallen. Das Unternehmen richtet sich ungefragt durch Initiativanrufe vorwiegend an unternehmerisch auftretende Abnehmer, bspw. Selbstständigenbüros, aber auch private Vereine, zum Zwecke des Verkaufs von Tintenpatronen.

Diese sog. Cold Call-Methode oder auch Kaltakquise stellt einen Verstoß gegen das UWG dar, es handelt sich also um eine unlautere, rechtswidrige Verkaufsmethode. Hierbei hat der Angerufene die Kontaktierung zu Werbezwecken nicht ausdrücklich genehmigt und wird durch den Überraschungseffekt zum Abschluss von Verträgen gedrängt.

Die Ekon GmbH suggeriert bei Vertragsschluss, bei den angebotenen Tintenpatronen handele es sich um Markenware. Nach Lieferung der angeblich bestellten Ware stellt man allerdings fest, dass man stark überteuerte No-Name Ware gekauft hat. Ein Widerrufsrecht hat der Betroffene nicht, denn § 355 BGB findet auf Kaufverträge zwischen zwei Unternehmern keine Anwendung. Die Rücknahme wird verweigert, eine Rücksendung der Tintenpatronen wird von der Ekon nicht angenommen. Der Kunde hat demnach nicht ohne Weiteres die Möglichkeit, sich vom Vertrag zu lösen.

Die Ekon GmbH zeigt zudem nach dem ersten erfolgreichen Geschäft zunehmende Aggressivität: So wird schon kurze Zeit nach der ersten Lieferung die Vorgehensweise wiederholt und der Angerufene zum Abschluss weiterer Kaufverträge über Tintenpatronen, an denen kein Bedarf besteht, überredet.

Sollten Sie einen Anruf von der Ekon GmbH erhalten, empfehlen wir, das Gespräch sofort zu beenden. Vor allem ist dringend davon abzuraten, auf irgendeine Frage mit „Ja“ zu antworten, da sich in vergleichbaren Fällen gezeigt hat, dass Cold Call-Unternehmen Teile des Telefongesprächs aufzeichnen und auf diese Weise eine angebliche Zustimmung zu ihrem Kaufangebot fingieren.

Haben Sie allerdings bereits Kontakt mit der Firma gehabt und sehen sich nun Zahlungsforderungen ausgesetzt, sollten Sie diesen nicht nachkommen. Auch sollten die Lieferungen der Tintenpatronen nicht angenommen werden. Die Ausübung eines Widerrufsrechts wird durch die Ekon zurückgewiesen werden, sodass eine übermäßige Kontaktaufnahme zwecklos sein wird. Es bleibt daher für den Betroffenen nur abzuwarten, ob die Ekon GmbH ihre angeblichen Forderungen gerichtlich durchsetzen wird.

Bei Erhalt eines Mahnbescheids oder einer Klage sollten Sie jedoch ohne Umschweife anwaltliche Hilfe aufsuchen!

Rechtsgebiete: 
Wettbewerbsrecht
gewerblicher Rechtsschutz
Verbraucherschutzrecht
Schlagworte: 
Telefonanruf
Vertragsschluss
Kaltaquise
Verkaufsmethoden
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