Vorsicht! Fake-Abmahnungen der FPS Fast Payment Service, angeblich im Auftrag der “LFP Video Group” und “M.I.C.M. MIRCOM Ltd.” wegen des Betrachtens pornographischer Videoclips auf div. Internetseiten

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11.04.2013 17:41 Uhr
Anwalt Carsten Herrle, Urheberrechtsbüro Kiel, Kiel
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Vorsicht! Fake-Abmahnungen der FPS Fast Payment Service, angeblich im Auftrag der “LFP Video Group” und “M.I.C.M. MIRCOM Ltd.” wegen des Betrachtens pornographischer Videoclips auf div. Internetseiten

Uns erreichen Anfragen wegen gefälschter Abmahnungen der

“FPS Fast Payment Service”

angeblich im Auftrag der Firmen

„LFP Video Group“ und
“M.I.C.M. MlRCOM International Content Management & Consulting Ltd.”.

wegen des Besuchs pornographischer Seiten und dortigem Betrachten von Videoclips.

Aktuell werden vermeintliche Abmahnschreiben vorwiegend per E-Mail von der “FPS Fast Payment Service”, die behauptet von den Firmen „LFP Video Group“ und “M.I.C.M MIRCOM Ltd.” beauftragt zu sein, wegen angeblicher Besuche pornographischer Seiten (pornhub.com, youporn.com, xtube.com u.a.) und des Betrachtens von Videoclips verschickt.

Auffällig ist bereits, dass als Verstoß gar nicht das Herunterladen eines urheberrechtlich geschützten Werkes, sondern vielmehr der Besuch einer Internetseite und das Betrachten eines Videoclips mit pornographischem Inhalt abgemahnt wird.

Die „FPS Fast Payment Service“ fordert zur außergerichtlichen Erledigung der Angelegenheit einen pauschalen Vergleichsbetrag in Höhe von 19,99 Euro. Bei Zahlung werde von einer Strafverfolgung absehen.

Sollten Sie von der “FPS Fast Payment Service” kontaktiert worden sein, empfehle ich Ihnen dringend, sich dort nicht zu melden und den geforderten Betrag nicht zu überweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch in dieser Angelegenheit als Ihr Anwalt zur Verfügung.

Was ist eine Abmahnung?

Bei einer Abmahnung handelt es sich allgemein um einen juristischen Schriftsatz, der ein bestimmtes unerlaubtes oder unerwünschtes Verhalten rügt und die Konsequenzen weiterer solcher Handlungen aufzeigt. Die die Abmahnung aussprechende Seite teilt dem Adressaten mit, dass er weitere Handlungen, wie die, für welche er abgemahnt worden ist, künftig zu unterlassen hat.
In den Fällen von Abmahnungen nach dem Urheberrecht geht es darum, Verstöße gegen Urheberrechte im Rahmen eines außergerichtlichen Verfahrens zu rügen und entstandene Schäden nach zivilrechtlichen Vorschriften geltend zu machen, sowie darum, weiteren Rechtsverletzungen dieser Art vorzubeugen. Derartige Abmahnschreiben ähneln sich in vielen Fällen sehr, da sie in den letzten Jahren leider zunehmend in enormer Anzahl von bestimmten Kanzleien verschickt werden, die sich hauptsächlich um vermeintliche Urheberrechtsverletzungen an Musik- und Filmwerken bzw. Computerspielen in sogenannten Internettauschbörsen kümmern.

Wie sollte man sich als Abmahnempfänger verhalten?

Abmahnungen haben stets die knapp bemesse Frist gemeinsam. Damit soll Druck gemacht werden. Als Empfänger eines Abmahnscheibens sollte man dennoch unbedingt Ruhe bewahren.
Die geforderten Kosten bzw. Schadenersatzansprüche sind im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung durchaus verhandelbar, müssen jedoch im vorliegenden Sachverhalt nicht gezahlt werden.
Mithin ist es ratsam, sich bis zur Einholung rechtlicher Beratung nicht unüberlegt bei der Gegenseite zu melden, weder in schriftlicher noch telefonischer Form, da hierbei Fehler passieren können, die haftungsrechtliche oder anderweitig ungewollte Folgen haben können.

Teilen Sie der Gegenseite in jedem Fall keine persönlichen Informationen mit!

Was ist in Sachen Unterlassungserklärung zu beachten?

Eine vorformulierte strafbewehrte Unterlassungserklärung liegt dem Abmahnschreiben nicht bei.

Abmahnung ignorieren?

Problematisch sind Abmahnschreiben in Filesharing-Fällen in der Hinsicht, als dass sie in großem Umfang systematisch verschickt werden. Als Empfänger einer solchen Abmahnung sieht man sich schnell vor einem unzulässigen Rechtsmissbrauch gestellt. Dennoch: Eine Abmahnung sollte ernst genommen werden. Bestehen tatsächlich Ansprüche, so können diese binnen eines Zeitraums von 3 Jahren geltend gemacht werden. Wenn eine außergerichtliche Einigung an dem Verhalten des Abmahnempfängers scheitert, so droht eine prozessuale Durchsetzung der Ansprüche im Wege einer Klage. Für die Wirksamkeit einer Abmahnung ist nicht erforderlich, dass die Abmahnung per Einschreiben eingegangen ist; auch muss keine Vollmacht im Original beigefügt sein.
Umgekehrt kann es sein, dass tatsächlich keine Verpflichtung besteht. Umso wichtiger ist es, im Falle einer eingegangenen Abmahnung bedacht vorzugehen. Informationen rund um das Thema Abmahnung finden Sie in Internetforen. Dabei sollte unbedingt die Richtigkeit der dort gemachten Angaben überprüft werden. Im Übrigen ist zu bedenken, dass nicht alles, was Sie in Internetforen lesen, zwangsläufig auch den Umständen in Ihrem Fall entspricht.

Sollten Sie eine Abmahnung erhalten haben, können Sie sich gerne mit mir

telefonisch (0431 / 30 53 719),

per Fax (0431 / 30 53 718)

oder per email (contact [at] ra-herrle [dot] de) in Verbindung setzen.

Sie erreichen mich auch unter meiner FILESHARING-HOTLINE (BEI ABMAHNUNGEN): 0431 / 591 90 90.

Rechtsgebiete: 
IT-, Medien und Urheberrecht, Abmahnung
Schlagworte: 
Fake-Abmahnungen FPS Fast Payment Service
angeblich im Auftrag der “LFP Video Group” und “M.I.C.M. MIRCOM Ltd.” wegen des Betrachtens pornographischer Videoclips auf div. Internetseiten
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