Haftungsfallen bei Preisangaben auf Google Shopping

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10.04.2017 17:43 Uhr
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Haftungsfallen bei Preisangaben auf Google Shopping

Bei Google Shopping handelt es sich um die wohl bekannteste Preissuchmaschine. Viele Verbraucher nutzen den Dienst um den günstigsten Preis für ein bestimmtes Produkt herauszufinden. Entsprechend großes Interesse haben Online-Händler daran, in den Ergebnislisten von Suchportalen wie Google Shopping aufzutauchen. Hierbei ist insbesondere der angegebene Preis darüber entscheidend wie weit oben man auf der Liste erscheint.

Strenge Rechtsprechung bezüglich Preisangaben
Damit die Händler Suchportale nicht mit falschen Preisangaben manipulieren, und so zu ihren eigenen Marketingportalen umfunktionieren können, hat nicht nur Google selbst eigene strenge Nutzungsbedingungen aufgestellt. Zudem hat sich in den vergangenen Jahren durch umfangreiche Rechtsprechung herausgebildet welche Bestandteile der Gesamtpreis enthalten muss, den ein Online-Händler in Suchportalen ausweist.
Händler sollten sich stets an diese Vorgaben halten, da sie anderenfalls wegen Irreführung der Verbraucher, aber auch wegen Benachteiligung ihrer Wettbewerber haften.

Versandkosten müssen immer mit angegeben werden
Neben dem normalen Bruttopreis müssen dem Verbraucher auch die Versandkosten angezeigt werden. Der Bundesgerichtshof urteilte diesbezüglich, dass der bloße Hinweis auf zuzügliche Versandkosten, die erst auf der Homepage des Händlers hinzugerechnet werden, nicht ausreiche. Vielmehr solle es dem Verbraucher ermöglichst werden, schon auf den ersten Blick zu überschauen welche Gesamtkosten bei einer Online-Bestellung anfallen könnten.

Auch Verpackungs- und Bearbeitungskosten müssen auf den ersten Blick erkennbar sein
Dieser Wertung folgend, entschieden die Oberlandesgerichte in Hamburg und Düsseldorf, dass auch andere Bearbeitungskosten angezeigt werden müssen. Darunter fallen zum Beispiel zusätzliche Verpackungskosten oder andere Kosten, die zusätzlich zum regulären Versand anfallen. Alle diese Positionen müssten dem interessierten Käufer auf den ersten Blick angezeigt werden. Nur so könne er in die Lage versetzt werden, einen tatsächlichen Preisvergleich anzustellen. Deshalb ist es auch nicht als ausreichend anzusehen, wenn zusätzliche Kosten erst bei Anklicken oder auch erst beim Bewegen des Mauszeigers über ein Angebot angezeigt werden.

Bei Missachtung droht Haftung
Einem Händler, der auf Vergleichsportalen wie Google Shopping präsent sein möchte, sollte klar sein, dass er im Falle eines Verstoßes gegen diese Anforderungen immer Gefahr läuft in die Haftung genommen zu werden. Dabei kommt es nicht darauf an, wie lange fehlerhafte Angaben bereits angezeigt wurden, oder auf wessen Verschulden sie zurückzuführen sind. Stattdessen haften Händler bereits für falsche Angaben, die nur einige wenige Stunden online gezeigt wurden, und selbst dann, wenn dieser Fehler vom Portalbetreiber selbst verursacht wurde.

Die Fülle von Rechtsprechung zum Thema Preisangaben auf Vergleichsportalen zeigt einerseits, wie wichtig es ist, bei diesen Angaben sorgfältig zu sein. Andererseits erschwert es den Online-Händlern herauszufinden, welche Positionen in den Gesamtpreis miteinfließen müssen.

Um hier keine unnötigen Haftungsrisiken einzugehen, kann es ratsam sein sich anwaltlichen Rat einzuholen.
Sollten Sie unsicher sein, welche weiteren Punkte bei der Nutzung von Google Shopping zu beachten sind, finden Sie eine Übersicht unter: www.rosepartner.de/google-shopping.html

Rechtsgebiete: 
Internetrecht/IT-Recht
IT-Recht
Onlinehandel
Schlagworte: 
Onlinehandel
Onlineshop
E-Commerce
Google Shopping
Vergleichsportale
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