Miettaxi und Schadensersatz; Erstattung von Kosten für ein Miettaxi

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17.06.2013 12:19 Uhr
Rechtsanwälte, Steuerberater Bernzen Sonntag, Rechtsanwalt Patric von Minden, Bad Oldesloe
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Miettaxi und Schadensersatz; Erstattung von Kosten für ein Miettaxi
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Der Autor ist ständiger Bevollmächtigter und Hausanwalt einer der wenigen großen Anbieter für Miettaxen. Er ist seit Jahren spezialisiert auf die Führung von Rechtsstreitigkeiten gegen die großen Versicherer. Mitlerweile ist ein dermaßen großes Maß an Spezialisierung erfolgt, das der Autor sich zu den wenigen Prozeßbevollmächtigten in Deutschland zählen darf, die in die Problematik definitiv eingearbeitet sind. Vertretungen der Vermieter erfolgen deutschlandweit.

Das Problem: Der Taxibetrieb, ob groß oder klein, hat einen Verkehrsunfall unverschuldet erlitten. Jetzt ist Not am Mann, denn der Betrieb muß weitergehen. Ein Ersatztaxi muß her, egal, ob für die Reparatur oder die Wiederbeschaffungszeit.

Die Kosten soll die gegnerische Versicherung übernehmen. Das Miettaxi wurde genommen, die gegnerische Versicherung will, wie so oft, die Kosten nicht übernehmen.

Argument 1: Das Miettaxi war viel zu teuer !

Lösung: Informieren Sie sich vorher auf dem Markt, machen Sie sich Vermerke über die Angebote. 3 sollten Sie einholen, mehr aber auch nicht. Sie müssen keine Marktforschung machen.

Argument 2: Die Anmietung war unverhältnismäßig ! Die Versicherung behauptet, es sei wirtschaftlicher, kein Taxi anzumieten und nur Nutzungsausfall in Anspruch zu nehmen.

Lösung: Der Vorhalt der Versicherung ist meist Unsinn. Hier wird es aber kompliziert. Das Verhältnis zwischen Nettomietkosten und Nettoumsatz abzüglich variabler Betriebskosten darf in der Regel nicht 3:1 übersteigen.

Was sind aber variable Betriebskosten ? Das sind Kosten, die nur bei Einsatz des Taxis anfallen, wenn dieses steht, also nicht. Das große Problem dabei sind die angestellten Fahrer. Sind sie fest angestellt, sind dies feste Kosten. Sind dies "Springer" (und das behauptet die gegnerische Versicherung in der Regel), sind dies variable Kosten, die vom Nettoumsatz abgezogen werden müssen mit der Folge, Das das Verhältnis von 3:1 kippt und die Kosten den Nettoumsatz abzüglich variabler Betriebskosten um ein Vielfaches überschreiten. Folge: Die Anmietung wird unwirtschaftlich, die Versicherung zahlt nicht.

Nur wenige Anwälte in Deutschland sind auf dieses Thema spezialisiert. Der Taxler sollte genau aufpassen, was er der Versicherung erzählt. Lügen darf er natürlich nicht, aber schon die Formulierung "Aushilfsfahrer" geht zugunsten der gegnerischen Versicherung, da diese nun annimmt, selbige seien "Springer". In Wirklichkeit sind aber auch die Aushilfen fest Arbeitskräfte, wenn sie regelmäßig und nicht nur auf Abruf eingesetzt werden.

Die Einholung anwaltlichen, spezialisierten Rates wird dringend angeraten vor Anmietung und direkt nach einem Unfall. Ist dieser unverschuldet, muß die gegnerische Versicherung auch diese Kosten übernehmen.

Argument 3: Der Ausfall hätte kompensiert werden können durch Einsatz anderer Taxen oder Fahrer.

Lösung: Ob Kompensation überhaupt dem geschädigten Taxifahrer zumutbar ist, entscheiden verschiedene Gericht unterschiedlich. Das OLG Frankfurt sagt dazu z.B. "Nein!"

Hier sollte der geschädigte Taxifahrer sich fachgerecht beraten lassen, wie diesem Argument begegnet wird.

Die gegnerischen Versicherungen lassen sich noch eine weitere Menge Argumente einfallen, nicht zahlen zu müssen. Diese können hier nicht alle abgearbeitet werden.

Fazit: Bei einem Verkehrsunfall ist anwaltlicher Rat immer angebracht. Richtig wichtig ist dieser aber speziell im Bereich "Verkehrsunfall des Taxiunternehmers / der Taxiunternehmerin". Hier können sehr hohe Kosten und Ansprüche entstehen.

Der Autor ist auf diese Problematik spezialisiert und kann auch, was die Vermittlung an einen Taxivermieter anbelangt mit Rat und Tat weiterhelfen. Er verfügt auch über diverse Gutachten zu den variablen Betriebskosten der gängigen Taximodelle; über Gutachten über die Marktpreise der verschiedenen Anbieter; über Gutachten bzgl. der Dauer des Umbaus auf ein Taxi etc.

Nur wichtig ist: Nicht selbst erst in der Sache "herumdoktern". Das kann oftmals schwer wieder gutgemacht werden.

Rechtsgebiete: 
Verkehrsrecht
Schadensersatzrecht
Verkehrsunfallrecht
Schlagworte: 
Miettaxi
Miettaxikosten
Taxivermietung
Taximiete
Taxianmietung
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